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Dunckers Geburtshaus

Gegenüber dem Westportal der St.-Marien-Andreas-Kirche steht das Geburtshaus von Johann Heinrich August Duncker (1767–1843), dem Begründer der optischen Industrie in Deutschland und Wegbereiter der „Stadt der Optik“ Rathenow.

In diesem historischen Gebäude richtete Duncker ab 1800 seine erste optische Werkstatt ein. Mit der Erfindung der Vielschleifmaschine im Jahr 1801 revolutionierte er die Linsenproduktion: Junge Schulabgänger und Militärwaisen konnten fortan ohne große körperliche Kraft in der Fertigung arbeiten. Diese Innovation legte den Grundstein für zahlreiche Unternehmen, die Rathenow dauerhaft als Zentrum der Optik prägten.

Das ursprüngliche Fachwerkhaus aus dem Jahr 1604 diente lange als Pfarrhaus und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zu seiner heutigen Form umgebaut.

St. Marien-Andreas-Kirche

Die Altstadtinsel Rathenow, umgeben von vier Havelarmen, beherbergt den historischen Stadtkern mit Teilen der alten Stadtmauer, dem Kirchberg und der St.-Marien-Andreas-Kirche.

Die Kirche wurde um 1160 als romanische Kreuzbasilika errichtet und im 16. Jahrhundert zur spätgotischen Hallenkirche umgebaut. Bis zu ihrer Zerstörung 1945 galt sie als bedeutendes Beispiel norddeutscher Backsteinkunst. Nach dem Brand blieb der Turm lange unvollständig; erst ab den 1990er-Jahren begann der umfassende Wiederaufbau des Chorraums.

Heute prägen sieben farbig gestaltete Fenster des Rathenower Künstlers Gerhard Henschel den Chorraum. Besonders bekannt ist das „Rathenower Toleranzfenster“, das Christus und die Weltreligionen Judentum, Islam und Buddhismus darstellt.

1996 gründete sich ein Förderkreis, der den Wiederaufbau vorantrieb. Der Kirchturm wurde zwischen 1999 und 2001 rekonstruiert – inklusive zweier neuer Bronzeglocken und der spektakulären Montage der Turmspitze per Bundeswehr-Lastenhubschrauber (2002). Die Kosten: rund 2,5 Mio. Euro.

Hier an diesem Standort ist die historische Eisenglocke aus der Nachkriegszeit zu sehen. Der 98,80 Meter hohe Kirchturm mit Aussichtsplattform kann heute wieder besichtigt werden.

Älteste Wohnhäuser Kirchplatz 5 & 6

Das historische Küsterhaus am Kirchplatz 6 und das Nachbargebäude Nr. 5 bilden das älteste erhaltene Fachwerkensemble in Rathenow. Die zwischen 1575 und 1576 errichteten Häuser erzählen die über 400-jährige Geschichte der Rathenower Altstadt.

1995 begann die umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Fachwerkhauses, das nach langem Leerstand vollständig restauriert wurde. Heute dienen die Gebäude wieder als attraktive Wohn- und Büroräume.

Parallel dazu wurden zahlreiche Projekte auf der Altstadtinsel Rathenow umgesetzt – von Straßensanierungen über neue Straßenbeleuchtung bis hin zur Fußgängerbrücke über den Schleusenkanal und der Neugestaltung des Kirchberg-Südhangs.

Mit der Aufnahme in die Städtebauförderung Brandenburg im Jahr 1991 und der Festlegung des Sanierungsgebietes „Altstadt“ 1994 startete ein umfangreicher Erneuerungsprozess, der 2019 offiziell abgeschlossen wurde.

Kultur & Tourismus

Ansprechpartner

Sachbereich Wirtschaftsförderung / Tourismus
Stadt Rathenow
Berliner Straße 15
14712 Rathenow

03385 596-322