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30 Unternehmen und Institutionen öffneten am 7. Oktober ihre Türen für über 400 Schülerinnen und Schüler aus Westbrandenburg

Wie entsteht aus einer ersten Idee ein kompletter Spielplatz? Wie fühlt es sich an, wenn plötzlich die eigene Beweglichkeit eingeschränkt ist? Wie werden Spuren an einem Tatort gesichert, Glas für eine Yacht geschnitten oder ein Glücksrad gelötet?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekamen Schülerinnen und Schüler am 7. Oktober bei den „Offenen Unternehmensbesuchen 2026“. 30 Unternehmen und Institutionen aus Westbrandenburg öffneten ihre Türen und machten Berufsorientierung dort erlebbar, wo sie stattfindet: direkt in Werkstätten, Büros, Produktionshallen, Kliniken und Einrichtungen der Region.

Das Interesse war so groß wie nie zuvor. Insgesamt meldeten sich 431 Schülerinnen und Schüler an und buchten 480 Zeitslots. Das Erfolgsrezept der „Offenen Unternehmensbesuche“ ist einfach: Berufsorientierung soll nicht nur über Berufe informieren, sondern junge Menschen mit der Arbeitswelt in Kontakt bringen. Deshalb konnten die Jugendlichen bei den teilnehmenden Unternehmen nicht nur Fragen stellen und Mitarbeitenden über die Schulter schauen, sondern vielfach selbst Hand anlegen.

In den Werkstätten wurde beispielsweise kräftig angepackt. Bei der BWB Betonwerke Berlin Brandenburg GmbH durften die Jugendlichen unter anderem den Hammer schwingen und Draht flechten. Mit Erfolg! Direkt im Anschluss wurde für einen Teilnehmer ein Praktikum vereinbart.

Bei der Metallbau Windeck GmbH konnten die Jugendlichen beim Anreißen und Körnen erleben, wie wichtig Genauigkeit und handwerkliches Geschick sind. Bei der Heidelberger Druckmaschinen GmbH wurde gebohrt und gelötet, während die Jugendlichen bei der TILSE GmbH selbst Glas für Yachten schneiden durften.

Dass auch in Berufen des Gesundheitswesens viel handwerkliches Können und Präzision gefragt sind, zeigte das Seeger Gesundheitshaus. Dort lernten die Jugendlichen unter anderem, wie Hinterkappen aufgewalkt und ausgeschärft werden, Tätigkeiten, bei denen Fingerspitzengefühl und Erfahrung eine wichtige Rolle spielen.

Einen besonders ungewöhnlichen Blick hinter die Kulissen erhielten die Jugendlichen beim Bestattungsunternehmen Schnee in Rathenow. Dort konnten sie einen Arbeitsbereich kennenlernen, mit dem die meisten jungen Menschen im Alltag kaum in Berührung kommen. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Aufgaben im Bestattungswesen tatsächlich sind und wie viele Arbeitsschritte im Hintergrund notwendig sind. Die Jugendlichen konnten sich darüber hinaus während des Besuches im sogenannten Sargausschlag probieren, bei dem ein Sarg mit Stoff ausgekleidet und bezogen wird.

Gerade solche Einblicke machen die „Offenen Unternehmensbesuche“ besonders: Sie führen junge Menschen auch an Berufsfelder heran, die ihnen sonst vielleicht verborgen bleiben und eröffnen damit neue Perspektiven auf die eigene berufliche Zukunft.

Nicht nur handwerkliches Geschick war gefragt, an anderer Stelle ging es darum, die Welt einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.

Im Senioren- und Pflegezentrum Brandenburg an der Havel machten die Jugendlichen mit einem Alterssimulationsanzug einen besonderen Zeitsprung. Anschließend absolvierten sie als Pflegebedürftige einen alltäglichen Parcours u. a. im Rollstuhl. Auf diese Weise konnten sie unmittelbar erfahren, welche Herausforderungen mit zunehmendem Alter oder körperlichen Einschränkungen verbunden sein können. Gleichzeitig erhielten sie einen authentischen Einblick in die Arbeit in Pflege und Betreuung und damit in einen Beruf, bei dem Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Fachwissen gleichermaßen gefragt sind. Beim Pflegedienstleister Jedermann konnten die Jugendlichen unter anderem lernen, wie der Blutzuckerspiegel gemessen wird.

Besonders schön: Für eine Teilnehmerin war der Unternehmensbesuch bereits der nächste Schritt auf einem längeren Weg der Berufsorientierung. Den ersten Kontakt zur Jedermann-Gruppe hatte sie im Juni beim Azubi-Speed-Dating im Riesenrad geknüpft. Im September folgten weitere Einblicke beim Berufemarkt Westbrandenburg, bevor sie nun im Rahmen der „Offenen Unternehmensbesuche“ einen Einblick direkt vor Ort bekam. Ein schönes Beispiel dafür, wie verschiedene Angebote der Berufsorientierung ineinandergreifen und aus einem ersten Kennenlernen Schritt für Schritt konkrete Perspektiven entstehen können.

Das Interesse an den „Offenen Unternehmensbesuchen“ reichte dabei über die teilnehmenden Jugendlichen hinaus. Auch die kommunalen Spitzen nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von den Angeboten und Ausbildungsmöglichkeiten in der Region zu machen.

Oberbürgermeister Daniel Keip war dabei gleich in doppelter Rolle unterwegs: als Oberbürgermeister und damit auch als Chef der Stadtverwaltung Brandenburg an der Havel. Auf dem Vorplatz des Rathauses erwartete die Jugendlichen ein besonders vielfältiges Aufgebot aus unterschiedlichen Bereichen der Stadt. Verwaltung, Bauhof, Vermessung und Berufsfeuerwehr zeigten, wie viele unterschiedliche Aufgaben und Berufsfelder sich hinter einer Stadtverwaltung verbergen. Für die Jugendlichen gab es entsprechend jede Menge zu entdecken: Sie konnten verschiedene Arbeitsbereiche kennenlernen, Fragen stellen und einen Eindruck davon gewinnen, wie vielfältig die Aufgaben einer Stadt und ihrer Beschäftigten sind. So wurde deutlich, dass auch eine moderne Stadtverwaltung zahlreiche unterschiedliche Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten bietet von klassischen Verwaltungsberufen über technische und handwerkliche Tätigkeiten bis hin zu den Einsatzbereichen der Berufsfeuerwehr.

Doch die Entdeckungstour von Daniel Keip führte an diesem Tag noch in weitere Berufswelten: Bei der Caritas Klinik St. Marien konnten die Jugendlichen unter anderem nach dem richtigen Desinfizieren Insulinspritzen setzen und Nähte ziehen. Bei E.DIS wurde gelötet und ein eigenes Glücksrad gebaut.

Auch Bürgermeister Thomas Rosenberg aus Premnitz war unterwegs. Bei der Dührkopp Energieanlagenbau GmbH und der EEW Energy from Waste Premnitz GmbH ging es auf Entdeckungstour durch die Welt der Energie. Dabei konnten die Jugendlichen nicht nur verschiedene Arbeitsbereiche kennenlernen, sondern auch entdecken, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten in einer Branche sind, die für die Zukunft der Energieversorgung eine wichtige Rolle spielt.

Die zahlreichen Beispiele zeigen nur einen Ausschnitt aus dem vielfältigen Programm der „Offenen Unternehmensbesuche 2026“. In Werkstätten, Büros, Produktionshallen, Kliniken, Behörden und Betrieben konnten die Jugendlichen erleben, wie unterschiedlich Arbeitswelten sein können. Vor allem aber wurde deutlich: Viele spannende Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten liegen direkt vor der eigenen Haustür.

„Die erneut gestiegene Zahl der Buchungen zeigt, wie groß das Interesse der Jugendlichen an authentischen Einblicken in die Berufswelt ist“, sagt Lisa Thiede vom Projektbüro der Wirtschaftsregion Westbrandenburg. „Besonders schön ist es zu sehen, wenn aus einem ersten Kennenlernen konkrete nächste Schritte entstehen, beispielsweise ein Praktikum oder ein weiterer Kontakt zu einem Unternehmen. Genau dafür wollen wir mit den „Offenen Unternehmensbesuchen“ Raum schaffen. Unser Dank gilt allen teilnehmenden Unternehmen und Institutionen, die mit viel Engagement, kreativen Ideen und offenen Türen Berufsorientierung erlebbar machen.“

Die „Offenen Unternehmensbesuche“ sind ein fester Bestandteil der regionalen Berufsorientierungsangebote. Organisiert werden sie als Gemeinschaftsaktion der Städte Brandenburg an der Havel, Rathenow und Premnitz sowie des Landkreises Havelland. Ziel ist es, jungen Menschen die Vielfalt der Berufe in Westbrandenburg zu zeigen, direkte Kontakte zu Unternehmen und Einrichtungen zu ermöglichen und Perspektiven für Ausbildung und duales Studium in der Region aufzuzeigen.

480 gebuchte Zeitslots, 30 offene Türen und unzählige praktische Erfahrungen zeigen: Wenn junge Menschen die Arbeitswelt selbst entdecken dürfen, wird Berufsorientierung zum Erlebnis und vielleicht zum ersten Schritt in die eigene berufliche Zukunft.
 



Pressekontakt:
Wirtschaftsregion Westbrandenburg
c/o Stadt Brandenburg an der Havel
Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus
Frau Stefanie Menzel
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