Stadtumbau Ost

Seit der Wende hat Rathenow auf allen Gebieten der Wirtschaft und des täglichen Lebens spürbare und tiefgreifende Veränderungen erfahren. Wie die meisten Kommunen in den neuen Bundesländern befindet sich Rathenow heute in einem Schrumpfungs­prozess. Gründe hierfür liegen vor allem in der rückläufigen Bevölkerungs­entwicklung, der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung, der anhaltend prekären Arbeitsmarkt­situation aber auch in der Subur­banisierung. 

 

Insbesondere die Wohnungswirtschaft sieht sich heute mit einem Problem konfrontiert, dessen Dimension und Auswirkungen erst in jüngerer Zeit deutlich werden: Dem zunehmenden strukturellen Wohnungsleerstand. Daneben ist aber auch die soziale und technische Infrastruktur von sinkenden Bedarfen betroffen. 

 

Der hohe Wohnungsleerstand führt nicht nur zu hohen finanziellen Belastungen für die Eigentümer/Wohnungsunternehmen, sondern birgt außerdem die Gefahr einer räumlich unkontrollierbaren Auflösung des städtebaulich-funktionalen Stadtgefüges in sich, in dessen Konsequenz ganzen Quartieren eine Destabilisierung droht. 

 

Die veränderten Rahmenbedingungen erfordern von den wohnungs- und stadtentwicklungs­politischen Akteuren in Rathenow wie in anderen Städten ein Umdenken hinsichtlich bisheriger Strategien und Planungen, die bisher stets auf Wachstum ausgerichtet waren. 

 

Stadtentwicklung wird in den kommenden Jahren als "Stadtumbau" zu verstehen und zu gestalten sein. Im Mittelpunkt muss dabei die Schaffung bzw. Wiederherstellung dauerhaft tragfähiger Strukturen durch stadtverträgliche Rückbaumaßnahmen von Wohnungen, Einrichtungen, Netzen und Anlagen der sozialen und technischen Infrastruktur einerseits und Investitionen in den verbleibenden Bestand sowie die Integration zukünftiger Eigenheimstandorte in das Stadtgefüge andererseits stehen. 

 

Die Stadt Rathenow hat ein Stadtumbaukonzept erarbeitet und beschlossen. Das Konzept enthält eine umfassende Bestandsaufnahme, Prognosen zur Bevölkerungs- und Wohnungsmarkt­entwicklung sowie Aussagen über zukünftige Infrastrukturbedarfe (Planungshorizont jeweils 2015). 

Das Stadtumbaukonzept dient als Grundlage für weitere formelle Planungsverfahren. Um eine zeitnahe Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen zu ge­währ­leisten, soll das Stadtumbaukonzept in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben werden.

 

Am 23.11.2005 wurde das "Teilräumliche Konzept Nördliche Innenstadt" beschlossen.