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Arbeitsbescheinigung oder Bescheinigung zum Nebeneinkommen ausstellen und übermitteln

Kurztext

  • Arbeits- und Nebeneinkommensbescheinigungen übermitteln Entgegennahme 
  • Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber ist – auf Verlangen – verpflichtet, einer Arbeitnehmerin oder einem Arbeitnehmer oder der Arbeitsagentur eine Arbeitsbescheinigung auszustellen und zu übermitteln. 
  • Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber beziehungsweise die Auftraggeberin oder der Auftraggeber sind verpflichtet, für eine Person eine Nebeneinkommensbescheinigung auszustellen, 
    • die sie beschäftigen oder der sie gegen Vergütung eine selbständige Tätigkeit übertragen und 
    • die Arbeitslosengeld, Berufsausbildungsbeihilfe, Ausbildungsgeld, Übergangsgeld oder Kurzarbeitergeld beantragt hat oder bezieht.
  • Wird die jeweilige Bescheinigung nicht erstellt, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit.
  • Enthält die Bescheinigung falsche Angaben, kann sich hieraus ein Schadenersatzanspruch ergeben.
  • Zuständig: Agentur für Arbeit

Teaser

Wenn Ihre Beschäftigten oder die Arbeitsagentur eine Arbeitsbescheinigung verlangen, müssen Sie diese ausstellen. Gleiches gilt für eine Nebeneinkommensbescheinigung, wenn Beschäftigte oder für Sie selbständig tätige Personen laufende Geldleistungen beantragt haben oder beziehen.

Volltext

Arbeitsbescheinigung

Als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber sind Sie – auf Verlangen – verpflichtet, Ihren Beschäftigten oder der Agentur für Arbeit eine Arbeitsbescheinigung auszustellen. 

Die Arbeitsbescheinigung beinhaltet unter anderem Angaben 

  • zur Art der Beschäftigung,
  • zu Beginn und Ende der versicherungspflichtigen Beschäftigung sowie zu eventuellen Unterbrechungen,
  • zum Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie 
  • zur Höhe des erzielten beitragspflichtigen Arbeitsentgelts.

Die Arbeitsbescheinigung ist erforderlich

  • für die Entscheidung über den Anspruch auf Arbeitslosengeld und Übergangsgeld sowie
  • für die Erstellung von Nachweisen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Ansprüche auf Leistungen bei ausländischen Trägern beantragt haben oder beziehen (Arbeitsbescheinigung für Zwecke des über- und zwischenstaatlichen Rechts). 

Nebeneinkommensbescheinigung 

Sie müssen einer Person, die sie beschäftigen oder der Sie eine selbständige Tätigkeit übertragen, eine Nebeneinkommensbescheinigung auszustellen, wenn diese Person 

  • Arbeitslosengeld,
  • Berufsausbildungsbeihilfe,
  • Ausbildungsgeld,
  • Übergangsgeld oder
  • Kurzarbeitergeld

beantragt hat oder bezieht.

Die Nebeneinkommensbescheinigung umfasst Angaben zur Höhe der Vergütung sowie zur Arbeitszeit. 

Diese Bescheinigung ist erforderlich, weil sich die Nebenerwerbstätigkeit beziehungsweise das Nebeneinkommen auf den Leistungsanspruch und dessen Höhe auswirken kann. 

Wenn Sie die Arbeitsbescheinigung oder die Bescheinigung über das Nebeneinkommen nicht ausstellen, begehen Sie damit eine Ordnungswidrigkeit. Ein mögliches Bußgeld beträgt bis zu EUR 2.000.

Enthält die Bescheinigung falsche Angaben, können sich hieraus Schadenersatzansprüche und gegebenenfalls sogar strafrechtliche Folgen für Sie ergeben.

Erforderliche Unterlagen

Keine

Voraussetzungen

  • Die Arbeitsbescheinigung ist auf Verlangen der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers oder der Bundesagentur für Arbeit auszustellen. 
  • Die Nebeneinkommensbescheinigung ist auszustellen, wenn die beschäftigte oder beauftragte Person laufende Geldleistungen beantragt hat oder bezieht.

Kosten (Gebühren, Auslagen,etc.)

Keine

Verfahrensablauf

Die Arbeits- und Nebeneinkommensbescheinigung können Sie elektronisch oder schriftlich ausstellen und übermitteln.

Ab 1.1.2023 ist die elektronische Übertragung in der Regel Pflicht. Ausnahme: Wenn Sie Nebeneinkommensbescheinigungen für Beschäftigte im privaten Haushalt erstellen oder übermitteln, dürfen Sie weiterhin den schriftlichen Vordruck nutzen.

Wenn Sie die Bescheinigung elektronisch ausstellen möchten:

  • Die Person, die die Bescheinigung betrifft, darf vor dem 1. Januar 2023 der elektronischen Übermittlung widersprechen.
  • Um die Daten elektronisch an die Bundesagentur für Arbeit zu übermitteln, haben Sie 2 Möglichkeiten:
    • über Ihre Lohnabrechnungssoftware, sofern diese über eine entsprechende Funktion verfügt, oder
    • über die elektronische Ausfüllhilfe „sv-net“ – Sozialversicherung im Internet.
  • Die Bescheinigungen werden in einer elektronischen Akte gespeichert.
  • Die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer erhält einen Ausdruck zugesandt.
  • Wenn es um die Gewährung von Übergangsgeld geht, sind Sie als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber zur elektronischen Übermittlung der Bescheinigung verpflichtet. Dafür müssen Sie eine gesicherte und verschlüsselte Datenübertragung sowie systemgeprüfte Programme oder maschinell erstellte Ausfüllhilfen nutzen. 

Wenn Sie die Bescheinigung schriftlich ausstellen wollen:

  • Laden Sie das individuell erforderliche Formular auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit herunter.
  • Sie können ausschließlich die von der Bundesagentur für Arbeit vorgesehenen Formulare nutzen.
  • Füllen Sie das Formular vollständig aus, drucken Sie es aus und unterschreiben Sie es.
  • Reichen Sie die Unterlagen bei der Agentur für Arbeit ein, in deren Bezirk die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer beziehungsweise die leistungsberechtigte Person, die die Bescheinigung betrifft, ihren Wohnsitz hat. Oder übermitteln Sie diese der Arbeitnehmerin oder dem Arbeitnehmer.

Bearbeitungsdauer

Keine

Fristen

Keine

Fachlich freigegeben durch

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Fachlich freigegeben am

18.09.2020
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Zuständige Stellen und Formulare

Adresse:
Bundesagentur für Arbeit

Regensburger Straße 104
90478 Nürnberg

Telefon: 0911 179-0
Telefax: 0911 179-2123

Webseite: zentrale@arbeitsagentur.de