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Häusliche Krankenpflege für Krankenversicherte Bewilligung

Kurztext

  • Versicherte haben Anspruch auf Häusliche Krankenpflege

Voraussetzungen: 

  • Krankenhausvermeidungspflege
    Krankenhausbehandlung ist geboten, aber nicht durchführbar oder eine Krankenhausbehandlung wird durch die Häusliche Krankenpflege vermieden oder verkürzt
    • Häusliche Krankenpflege umfasst im Einzelfall erforderliche Behandlungspflege, Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung
  • Unterstützungspflege
    wegen schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung
    • Häusliche Krankenpflege umfasst Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung
  • Sicherungspflege
    Häusliche Krankenpflege soll das Ziel der ärztlichen Behandlung sichern
    • Häusliche Krankenpflege umfasst Behandlungspflege (über ihre Satzung kann eine Krankenkasse auch Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung anbieten)
  • Die Versorgung erfolgt im Haushalt, in der Familie oder sonst an einem geeigneten Ort, insbesondere in betreuten Wohnformen, Schulen und Kindergärten, bei besonders hohem Pflegebedarf auch in Werkstätten für behinderte Menschen
  • bei Krankenhausvermeidungs- und Unterstützungspflege besteht Anspruch grds. für vier Wochen je Krankheitsfall (Verlängerung in begründeten Ausnahmefällen möglich), bei Sicherungspflege solange, wie medizinisch erforderlich
  • Krankenhausvermeidungs- und Unterstützungspflege umfassen auch ambulante Palliativversorgung
  • Anspruch auf häusliche Krankenpflege nur, soweit eine im Haushalt lebende Person den Kranken in dem erforderlichen Umfang nicht pflegen und versorgen kann
  • ärztliche Verordnung und Genehmigung durch die Krankenkasse ist erforderlich 
  • Versicherte, die da 18. Lebensjahr vollendet haben, haben Zuzahlung zu leisten (10 Euro je Verordnung und für die ersten 28 Behandlungstage je Kalenderjahr 10 Prozent der Kosten)
     

Teaser

Werden Sie zu Hause medizinisch versorgt und benötigen zusätzlich Krankenpflege durch eine qualifizierte Pflegekraft könnte für Sie Häusliche Krankenpflege durch einen Pflegedienst in Frage kommen.

Volltext

Versicherte haben Anspruch auf Häusliche Krankenpflege, die grundsätzlich Behandlungspflege, Grundpflege und Hauswirtschaftliche Versorgung umfasst. Die Leistung wird vom Arzt verordnet und muss von Ihrer Krankenkasse genehmigt werden. Vorausgesetzt im Haushalt lebt keine andere Person, die die Versorgung übernehmen kann. Welche Leistungen übernommen werden, hängt vom individuellen Krankheitsbild ab:

Wenn mit der häuslichen Krankenpflege der ärztliche Behandlungserfolg gesichert wird, werden die Kosten für die Behandlungspflege übernommen, so lange das medizinisch erforderlich ist (Sicherungspflege). In Ihrer Satzung kann die Krankenkasse auch die Übernahme der Grundpflege und der Hauswirtschaftlichen Versorgung vorsehen.

Wenn mit der häuslichen Krankenpflege ein Krankenhausaufenthalt ersetzt, vermieden oder verkürzt werden kann, werden die Kosten für die Behandlungspflege und wenn erforderlich zusätzlich die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung übernommen (Krankenhausvermeidungspflege).

Wer wegen schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten Operation oder einer ambulanten Krankenhausbehandlung auf Unterstützung angewiesen ist, erhält die sogenannte Unterstützungspflege (Grundpflege und Hauswirtschaftliche Versorgung).

Bei der Krankenhausvermeidungs- und der Unterstützungspflege erfolgt die Kostenübernahme je nach Krankheitsfall in der Regel bis zu vier Wochen. Eine Verlängerung aus medizinischen Gründen ist möglich. Beide Leistungen umfassen auch die ambulante Palliativversorgung. 
 

Erforderliche Unterlagen

Sie benötigen eine ärztliche Verordnung. 

Voraussetzungen

  • Die Versorgung erfolgt in Ihrem Haushalt, in Ihrer Familie oder sonst an einem geeigneten Ort, insbesondere in betreuten Wohnformen, Schulen und Kindergärten, bei besonders hohem Pflegebedarf auch in Werkstätten für behinderte Menschen. 
  • In Ihrem Haushalt darf keine Person leben, die den Kranken in dem erforderlichen Umfang pflegen und versorgen kann
  • Die Leistung wurde von Ihrem Arzt verordnet und von Ihrer Krankenkasse genehmigt. 

Kosten (Gebühren, Auslagen,etc.)

Wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind und nicht von den gesetzlichen Zuzahlungen befreit sind, zahlen Sie eine Zuzahlung in Höhe von 10 Euro je Verordnung und 10 Prozent der Kosten für die ersten 28 Behandlungstage je Kalenderjahr. 

Verfahrensablauf

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse.

Rechtsbehelf

Lehnt die Krankenkasse die Leistung ab, kann dagegen Widerspruch eingelegt werden. Wird dem Widerspruch nicht abgeholfen, können Sie dagegen vor dem Sozialgericht klagen.

Formulare/Schriftformerfordernis

Eine ärztliche Verordnung wird benötigt.

Fachlich freigegeben durch

Niedersächsisches Ministerium Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Fachlich freigegeben am

16.12.2020

Zuständige Stelle

Die Zuständigkeit liegt bei Ihrer Krankenkasse.

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