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Sonderausstellung

Sonderausstellung

30.10.2021  - 19.12.2021

Rathenow, Kulturzentrum

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Familienunternehmen wurden in der früheren DDR verdrängt und enteignet. Heute prägen sie wieder die Wirtschaft in Ostdeutschland. Eine Austellung, die sich ihrer Geschichte widmet, ist vom 30. Oktober bis 19. Dezember 2021 in Rathenow zu sehen. Die von der Stiftung Familienunternehmen konzipierte Ausstellung dokumentiert anhand konkreter Beispiele, unveröffentlichter Dokumente und Zeitzeugenaussagen den Prozess der Verdrängungen und Enteignungen, aber auch den Neuanfang nach der Wende.
Die Ausstellung baut auf umfangreichen Forschungsarbeiten im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen auf. Eine unter Leitung des Historikers Dr. Rainer Karlsch (IfZ – Institut für Zeitgeschichte München-Berlin) verfasste Studie zeigt, wie eine einst reiche Landschaft an starken Familienunternehmen durch Krieg, Besatzung und Sozialismus Schaden nahm, nach dem Sturz der SED aber wieder zum Motor für Wachstum und Beschäftigung wurde. Dr. Karlsch ist wissenschaftlich Verantwortlicher für die Ausstellung.
Volkswirtschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Familienunternehmen seit der Wiedervereinigung wieder zum tragenden Fundament der Wirtschaft in den neuen Bundesländern geworden sind. 92 Prozent der Unternehmen in den neuen Bundesländern sind Familienunternehmen – der Anteil liegt sogar höher als im Westen (89 Prozent).
„40 Jahre sozialistische Planwirtschaft haben eine einst blühende Landschaft an Familienunternehmen vernichtet“, sagt Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen. „Nach dem Fall der Mauer konnten Unternehmer aber erfolgreich an ihre historischen Anfänge anknüpfen. Die Ausstellung ‚Verdrängung, Enteignung, Neuanfang: Familienunternehmen in Ostdeutschland von 1945 bis heute‘ dokumentiert das eindrucksvoll.“
Die Ausstellung zeigt dabei auch die unheilvolle Dynamik des Sozialismus auf. „Die verheerende Erfahrung der Enteignung muss uns eine Lehre sein“, mahnt Heidbreder. „Wer heute leichtfertig über Enteignungen spricht, ignoriert – in Kenntnis unserer Geschichte – bewusst den Schaden, der den Bürgerinnen und Bürgern und der Wirtschaft am Ende entsteht.“
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier würdigt die hohe Bedeutung der Familienunternehmen für den Aufbau Ost: „Familienunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft. Sie haben einen maßgeblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung in den neuen Bundesländern geleistet. Gerade der Blick auf die Biographien ostdeutscher Unternehmerinnen und Unternehmer zeugt von einem unerschütterlichen Gestaltungswillen und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Diese Eigenschaften stehen beispielhaft für das, was unser Familienunternehmertum auszeichnet.“

Die Ausstellung „Verdrängung, Enteignung, Neuanfang: Familienunternehmen in Ostdeutschland von 1945 bis heute“ wird am Samstag, 30. Oktober 2021 um 15 Uhr Uhr im Kulturzentrum Rathenow eröffnet und ist bis zum 19. Dezember 2021 im 1. Obergeschoss zu sehen.
 

www.kulturzentrum-rathenow.de