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Emine Sevgi Özdamar liest aus ihrem Roman „Ein von Schatten begrenzter Raum“

Emine Sevgi Özdamar liest aus ihrem Roman „Ein von Schatten begrenzter Raum“

02.12.2022

19:00 - 21:00 Uhr

Rathenow, Modehaus Wendt, Berliner Straße

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Nach dem Putsch 1971 hält das Militär nicht nur das Leben, sondern auch die Träume der Menschen in der Türkei gefangen. Künstlerinnen und Künstler, Linke, Intellektuelle fürchten um ihre Existenz; auch die Erzählerin, die aus Istanbul übers Meer nach Europa flieht. Im Gepäck: der Wunsch, Schauspielerin zu werden, und das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten, ohne sich im »Tiergarten der Sprachen« auf die bloße Herkunft beschränken zu lassen. Und dort, inmitten des geteilten Berlins, auf den Boulevards von Paris, im Zwiegespräch mit bewunderten Dichtern und Denkern, findet sie sich schließlich wieder in der »Pause der Hölle«, in der Kunst, Politik und Leben uneingeschränkt vereinbar scheinen.

Emine Sevgi Özdamars neuer Roman ist das vielstimmige Loblied auf ein Nachkriegseuropa, in dem es für kurze Zeit möglich schien, allein mit den Mitteln der Poesie Grenzen einzureißen. Er ist der sehnsuchtsvolle Nachruf auf die Freunde, Künstler, Bekanntschaften, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Vor allem aber ist er die wortgewaltige Eröffnung eines Raums zwischen Bedrohung und Geborgenheit, eines von Schatten begrenzten Raums.
Emine Sevgi Özdamar wuchs in Istanbul auf, wo sie die Schauspielschule besuchte. Mitte der siebziger Jahre ging sie nach Berlin und Paris und arbeitete mit den Regisseuren Benno Besson, Matthias Langhoff und Claus Peymann. Sie übernahm zahlreiche Filmrollen und schreibt seit 1982 Theaterstücke, Romane und Erzählungen. Emine Sevgi Özdamar lebt in Berlin.

Diese letzte Veranstaltung der diesjährigen „Gespräche am Schleusenplatz“ findet nicht in der Bibliothek statt. Stattdessen wird das Ladenlokal des Modehaus Wendt in der Berliner Straße zum Veranstaltungsort.
Durch die großen Schaufenster ist die Veranstaltung auch von der Straße aus zu sehen. Die Idee dahinter ist es, Kultur- und  Diskussionsveranstaltungen sichtbarer zu machen. In den dunklen Adventstagen, wird so die Innenstadt – auch nach Ladenschluss – zum Anziehungspunkt.

Der Eintritt ist  frei.