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SchulKinoWochen - weitere fünf Filme werden gezeigt

SchulKinoWochen - weitere fünf Filme werden gezeigt

20.03.2024

09:00 Uhr

Rathenow, Haveltorkino

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Programm
09.00 Uhr
OINK

»Eine gute Gemüseküche ist das Fundament allen Glücks«, verkündet der Großvater am Mittagstisch. Tochter und Enkelin dürfte das, als Vegetarierinnen, gefallen. Der wie ein Cowboy aussehende Opa ist eben aus Amerika zurückgekommen, mit einem schweren Koffer in der Hand und einem Banjo auf dem Rücken. Merkwürdig, dass er Songs von Blut- und Leberwurst schmettert. Vor 25 Jahren hatte er sich urplötzlich aus dem Staub gemacht. Der Grund dafür war wohl ein sehr spezieller – wie der für die überraschende Heimkehr auch. Anfangs eher skeptisch und ablehnend, findet Babs den Opa bald okay.
Erst recht, als er ihr zum 9. Geburtstag ein ganz besonderes Haustier schenkt: ein quicklebendiges, süßes Ferkel, allerdings nicht stubenrein. Nachdem Schweinchen Oink Mutters Gemüsegarten verwüstet hat, bringt ihn Babs zur Welpenschule. Hier wird das aus der Art geschlagene Tier Klassenbester, besteht die Prüfung mit Bravour. Wie intensiv sich Opa Tuitjes um das weitere Wohl des Ferkels kümmert, kommt Babs bestem Freund Tijn aber verdächtig vor. Als die Kinder rausfinden, dass der ach so nette Tuitjes mal Metzger war – und was er in seinem Koffer verbirgt – ist Gefahr im Verzug.
Mit vereinten Kräften gelingt es, dem fiesen Opa noch vor dem Wettbewerb um den Würstchenkönig das Handwerk zu legen.
Eine schöne Schweinerei, in der es im wahrsten Sinne des Wortes um die Wurst geht!
Film: Niederlande/Belgien 2022, 72 Minuten, 1.-2. Klasse
09.30 Uhr
DIE EICHE – MEIN ZUHAUSE

Es gibt ältere, höhere, mächtigere Exemplare der in Europa weit verbreiteten Stieleichen. Diese Eiche hier scheint eher normal, von stiller Größe und bodenständiger Würde. Sie muss sich nicht in den Vordergrund drängen und mit Superlativen protzen. Der Baum steht einfach da, unübersehbar auf einer Waldlichtung vor einem kleinen See, irgendwo in Frankreich. Ein Monument der Natur, von der Wurzel bis zum Wipfel. Ein Lebens- und Schutzraum für viele Pflanzen und Tiere um sich herum: für die Mäuse in den Höhlengängen darunter, für Wildschweine, Nattern und Buntspechte am Stamm, für die Rüsselkäfer an den Früchten, für Schleiereulen, Habichte und Blaumeisen in den Blättern, für die eurasischen Eichhörnchen überall. Dem Baum werden keine Gefühle angedichtet und keine Gedanken untergeschoben. Der Verzicht auf einen Erzähler und Erklärer, auf Daten und Fakten, ist ein Gewinn, bietet Freiraum für teilnehmende Beobachtungen im Wechsel der Jahreszeiten. Wir sollen sehen – und vor allem auch hören. Denn natürlich ist der Film nicht stumm.
Es brummt und summt, tschilpt und zirpt, tropft und klopft, plätschert und pladdert, raschelt und scharrt, pickt und hämmert, quakt und grunzt. Die Töne im Original und die Filmmusik ergeben – im Einklang mit den grandiosen Bildern – ein eigenes Kunstwerk.
Ein Baum der Erkenntnis und ein Film als Erlebnis: erst ins Kino, dann in die Natur!
Film: Frankreich 2021, 80 Minuten, 2.-7. Klasse
10.00 Uhr
DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER

"Das hier ist eine Geschichte über Freundschaft", so führt der Erzähler gleich zu Beginn das Leitmotiv ein. Später wird diese Stimme zu bedenken geben, dass Freundschaften nicht immer einfach sind und echte Freunde sich in der Not beweisen. Hier spricht einer aus Erfahrung und ganz im Sinne Erich Kästners. Der würde sich vielleicht wundern, dass seine Weihnachtsgeschichte nun im Sommer spielt und zugleich freuen, dass sie noch immer inspirierend ist für eine Verfilmung. Die vierte bereits, ganz zeitgeistig: Aus Martin ist Martina geworden, die mit Mutter und Bruder in Berlin lebt.
Deren Freude groß ist, als sich die Chance bietet auf ein Stipendium an einer besonderen Schule in den Alpen.
Ob sie es tatsächlich bekommt, hängt von den Prüfungen ab, die sie dort noch vor den Ferien bestehen muss. Der Erfolg des Lernens auf Probe gerät jedoch schnell in Gefahr: durch die alten Rivalitäten zwischen "Internen" und "Externen", jenen Schüler:innen, die nicht im Internat leben, sondern im Ort zu Hause sind. Die Gemeinschaft der »Internen« wehrt sich, bald im Bunde mit dem ominösen »Nichtraucher«, der anscheinend mal mit ihrem Internatsleiter eng verbunden war. Die Lage befrieden und die Lager versöhnen, kann nur durch die Kunst gelingen: Nun aber nicht mehr mit einem Theaterstück, sondern einem selbstgedrehten Film.
Kästner modern: ein Klassiker mit dem Mut zur Klugheit.
Film: Deutschland 2023, 88 Minuten,  3.-6. Klasse

10.30 Uhr
SO DAMN EASY GOING

"Was für ein Typ Mensch bist du?« Im Deutschkurs sitzen sie einander gegenüber. In Form eines Speed-Datings sollen sie sich in der Fremdsprache üben. Audreys Frage aber möchte Joana nicht beantworten. Später wird sie ihr auch sagen, warum. Joanas Leben ist mehr denn je aus dem Lot. Nach dem Tod ihrer Mutter sitzt der Vater, schwer depressiv, nur noch zu Hause vor dem Fernseher. Die Tochter hat mit ADHS zu kämpfen, in ihrem Kopf blitzt es bisweilen wie wild, ein Hirn-Stroboskop. Da mehrere Apotheken-Rechnungen noch offen sind, fehlt es am Medikamentennachschub. Schneller Sex mit einem Mitschüler verschafft Joana schnelles Geld, aber auch weitere Probleme. Da erscheint die Neue in der Klasse wie ein Lichtblick. Audrey ist schön, offen, empathisch, kommt mit sich und anderen bestens zurecht. Die Anziehung ist gegenseitig, erst Blicke, dann Berührungen und Küsse. Aber immer wieder kommen sie an einen neuralgischen Punkt, weicht Joana aus, erfindet Ausreden, haut einfach ab. Nachts fährt sie mit dem Rad zum Hafen, um im eiskalten Wasser zu
schwimmen – ein Ventil für Wut und Verzweiflung. Als sie sich endlich offenbaren kann, scheint Audrey zunächst überfordert und bleibt stumm. Am Ende wird sie Joana für den Job im Kino "Capitol" empfehlen, weil sie "so verdammt easy going" wäre – und vor allem genau "mein Typ Mensch".
Sei, der du bist! Vom Mut, zu sich selbst zu finden.
Film: Schweden/Norwegen 2022, 91 Minuten, 8.-10. Klasse
11.00 Uhr
NO LAND’ S SONG

»Das wird definitiv nicht genehmigt«, sagt der Beamte im Ministerium für Kultur und Islamische Führung in Teheran. Wir sehen den Mann nicht, aber wir hören ihn. Filmen ist nicht erlaubt, aber Sara hatte auf dem Weg zu ihm, im Fahrstuhl, unter ihrem Hijab ein Mikro versteckt. So werden wir Ohrenzeuge, wie er auf den Antrag der jungen Komponistin reagiert, ein Konzert mit Solistinnen zu organisieren. Seit der Islamischen Revolution 1979 ist das verboten, das Regime hat ein fundamentales Problem mit Frauen in der Musik. Ein Religionslehrer erklärt Sara warum: Die weibliche Stimme ist eine Gefahr für jeden Zuhörer, wegen ihrer Sanftheit vermag sie Männer zu erregen. Sara blickt ihn fassungslos an, aber sie gibt nicht auf. Unbedingt will sie iranische Sängerinnen zu Gehör bringen, wie das schon vor 90 Jahren möglich war.
Zudem möchte sie eine kulturelle Brücke bauen und in Paris lebende Musiker:innen zum gemeinsamen Konzert einladen. Die Hürden sind gewaltig. Noch etliche Male wird Sara ins Kulturministerium zitiert und in höchster Spannung gehalten. Kurz vor dem Auftritt droht das endgültige Aus, doch die Künstler:innen lassen sich nicht erpressen. "Ich bin eine der furchtlosen Frauen", singt die Tunesierin Emel Mathlouthi.
Alle im Saal erheben sich für Standing ovations. Ein Triumph!
Grandiose Stimmen in einem der schönsten Musikfilme des letzten Jahrzehnts – einem politischen Film.
Film: Deutschland/Frankreich 2015, 95 Minuten, 9.-13. Klasse