Zug der Erinnerungen
Vom 10. bis 11. April 2008 legte ein ganz besonderer Zug einen Stopp in Rathenow ein: der "Zug der Erinnerung". Der "Zug der Erinnerung" ist eine fahrende Ausstellung und erinnert an die Deportation und Vernichtung jüdischer Kinder und Jugendlicher in der Zeit des Nationalsozialismus.
Einige Monate fuhr der "Zug der Erinnerung" durch Deutschland und mit den bewegenden Bildern der Ausstellung erinnerte er an die vielen dramatischen Schicksale, die diese Kinder erleiden mussten. Der Zug klärte auch über die Rolle der damaligen Reichsbahn auf, die für den Transport verantwortlich war.
Über 100.000 Besucher hatten in der Zwischenzeit die fahrende Ausstellung besucht und waren erschüttert über die brutale Vorgehensweise der Nationalsozialisten.
Mit diesem Zug wurde der deportierten Kinder und Jugendlichen gedacht. Ziel war es aber auch, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren und ein Zeichen gegen Antisemitismus, Fremdenhass und nationalen Größenwahn zu setzen.
Aus diesem Grund hatte das Aktionsbündnis "Rathenow zeigt Flagge - Rathenow schaut nicht weg" Kontakt mit den Organisatoren des "Zuges der Erinnerung" und der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg, Frau Prof. Dr. Karin Weiss, aufgenommen.
Der Stopp in Rathenow war der erste Halt und einer von nur vier Stopps im gesamten Land Brandenburg. Geplant waren Halte in Potsdam, Brandenburg und in Cottbus.
Profitieren sollten vom "Zug der Erinnerung" alle Schulen und somit alle Schülerinnen und Schüler des Havellandes, aber auch alle anderen Interessierten.
Neben den beispielhaft dargestellten Schicksalen gab es auch einen eigenen Betrag der Geschehnisse in der Stadt Rathenow. Dazu wurde im letzten Viertel der Ausstellung der notwendige Raum zur Verfügung gestellt.
Dass der Zug sowohl in Rathenow als auch in den anderen Städten halten konnte, war einer breiten Gemeinschaft zu verdanken. Zu den Kooperationspartnern im Land Brandenburg gehörten die Integrationsbeauftragte des Landes, die Koordinierungsstelle "Tolerantes Brandenburg", der DGB Region Mark Brandenburg, der Landesverband der Jüdischen Gemeinden im Land Brandenburg, die F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz sowie die Projektpartner in jeweiligen Städten. Hierzu zählen das Aktionsbündnis "Rathenow schaut nicht weg - Rathenow zeigt Flagge", der Landkreis Havelland, das Diakonische Werk Havelland e.V. und die Stadt Rathenow.



