Maler Ronald Glawe

Gasthof in Semlin

 

Lebenslauf

 

Paul-Schulz-Liebisch, ein Pankower Künstler, bei dem ich einige Zeit die Grundlagen des Zeichnens lernte, prägte den Satz: "Ihr müßt erstmal richtig sehen lernen" und so versuchte ich in der folgenden Zeit "richtig zu sehen".Oftmals erscheinen die Dinge in einem ganz anderen Licht, wenn man sich ihr einer intensiveren und genaueren Betrachtung unterzieht. Nach Berufsausbildung und Abitur kam das Studium. Aber was studieren?? Malerei und Grafik!
Die eingereichten Arbeiten waren gut, aber: "Sie haben in einem artfremden Beruf ihre Ausbildung erhalten und so müssen Sie ein Jahr lang volontieren", so sagte man mir. Ein Jahr verlieren?!
Nein, da war mir die Malerei nun doch nicht so wichtig. Und so studierte ich Informationselektronik in Dresden.
Jedoch blieb ich der Malerei treu. Hier in Dresden, Stadt der Kunst und Kultur, welche Einblicke, Eindrücke und Weiterbildung. Überwiegend Plakate für kulturelle Veranstaltungen jeglicher Art waren nun mein Betätigungsfeld.

In der Eingangshalle der Hochschule hingen dann meine Plakate.

Einige, am Abend angebracht waren dann am Vormittag des nächsten Tages auch schon wieder verschwunden. Der Rektor hatte sie entfernen lassen.

Eigentlich fühlte ich mich unschuldig wenn ich den Rektor einen Besuch abstatten musste. Die Aussage eines Prekäres wurde dann zu einem engen Blickwinkel sozialistischer Moral an einer sozialistischen Hochschule eingegrenzt. Die Ansichten des Rektors gingen so weit, dass die Abbildung des Vampirs in der Plakatankündigung des Films "Nosferatu" zu gruselig und die amerikanische Flagge auf einem Plakat, das einen Vortrag über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung ankündigte, unerwünscht waren.

Das Studium durfte ich aber beenden.

Rathenow war danach mein neuer Wohnort. Das Rechenzentrum in Premnitz war beruflich nun mein Arbeitsgebiet. Die Datenströme in Großrechenanlagen mussten nun aufrecht erhalten werden, was bei Rechnern des "großen Bruders" oft nicht so einfach war.

Die "Wende" brachte auch beruflich die Wende.

Der komplette Neuaufbau einer neuen Existenz waren die Kennzeichen der nächsten Jahre. Nun saß ich wieder auf der Schulbank, lernte und mußte jede Menge Prüfungen ablegen.

Die Liebe zur Malerei blieb erhalten, wenn auch wenig Zeit dafür vorhanden war. Nun waren es Bilder des Havellandes und Ansichten von Rathenow, die ich in Öl auf die Leinwände brachte. Experimentiert hatte ich lange nicht mehr. Nur in letzter Zeit entschließe ich mich manchmal nachdenkliches auf die Leinwand zu bringen.

Wenn die Möglichkeit besteht, bin ich auch auf Ausstellungen zu sehen. In Guthan's Gasthof und im Warteraum der Zahnarztpraxis von Herrn und Frau Arndt bin ich ständig vertreten. 

 

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